Zip-Laufwerk HOWTO <author>Thomas King (<tt>king@t-king.de</tt>), Niels Sören Richthof (<tt>niels@richthof.de</tt>) <date>v2.1, 26. September 2001 <abstract> Installation und Konfiguration eines Iomega Zip-Laufwerkes </abstract> <toc> <sect>Einleitung <p>Dieses Dokument ist eine Anleitung zur Konfiguration und Nutzung des Zip-Laufwerks von Iomega unter Linux. Das Iomega Zip-Laufwerk ist mittlerweile sehr populär. Dies ist vor allem auf folgende Punkte zurückzuführen: <itemize> <item>Die Wechselmedien (Zip-Disketten) sind nicht viel größer als Standard 3,5&dquot; Disketten. <item>Die Speicherkapazität der Wechselmedien (Zip-Disketten) beträgt 96 bzw. 250 Megabyte. <item>Laufwerk und Medien sind relativ günstig in der Anschaffung. <item>Durch die geringe Größe der Wechselmedien und des Laufwerkes ist es sehr gut zu transportieren. </itemize> <sect1>Danksagung <p>Besonders Danken möchte ich an dieser Stelle folgenden Leuten: <itemize> <item>Collin Mulliner - er verwaltete diese HOWTO bis zur Version 1.0 <item>Petra Merz - sie gab mir die Ruhe und Kraft diese HOWTO zu schreiben <item>Niels Richthof - für die Erweiterungen von Version 2.0 zu 2.1 <item>alle, die mich mit Informationen versorgt haben </itemize> <sect1>Copyright <p>Diese Dokument ist urheberrechtlich geschützt. Das Copyright für die englische Zip Drive mini-HOWTO, auf der diese Dokument teilweise basiert, liegt bei Kyle Dansie (<tt>dansie@ibm.net</tt>). Das Copyright für die deutsche Version liegt bei Thomas King (<tt>king@t-king.de</tt>). Das Dokument darf gemäß der <tt><htmlurl url="DE-GPL.html" name="General Public License"></tt> verbreitet werden. Insbesondere bedeutet dieses, daß der Text sowohl über elektronische wie auch physikalische Medien ohne die Zahlung von Lizenzgebühren verbreitet werden darf, solange dieser Copyright Hinweis nicht entfernt wird. Eine kommerzielle Verbreitung ist erlaubt und ausdrücklich erwünscht. Bei einer Publikation in Papierform ist das Deutsche Linux HOWTO Projekt hierüber zu informieren. <sect1>Neuste Version <p>Die neuste Version dieser HOWTO findet man unter <tt> <htmlurl url="http://www.t-king.de/linux/DE-Zip-Laufwerk-HOWTO.html" name="http://www.t-king.de/linux/DE-Zip-Laufwerk-HOWTO.html"></tt>. <sect>Das Zip-Laufwerk <p>Es gibt mittlerweile 7 Versionen des Iomega Zip-Laufwerkes. Alle diese Versionen akzeptieren die gleichen Wechselmedien (Zip-Disketten). Das Wechselmedium hat 96 Zylinder mit 2048 Sektoren, von denen jeder 512 Bytes speichern kann. Dies ergibt eine gesamte Speicherkapazität von 96 Megabyte. Die externen Laufwerke gibt es in diesen Versionen: <itemize> <item>Parallel Port <item>SCSI <item>Plus <item>USB </itemize> Die internen Laufwerke gibt es in diesen Versionen: <itemize> <item>SCSI <item>ATAPI <item>IDE </itemize> Die internen Versionen des Laufwerks können in 3,5&dquot;- oder 5,25&dquot;- Laufwerksschächte eingebaut werden. Die externen Version werden in einem blauen Plastikgehäuse mit externer Stromversorgung geliefert. Alle Versionen des Zip-Laufwerkes haben einen Auswurfknopf für die Wechselmedien auf der Frontseite. Linux sperrt diesen Auswurfknopf wenn das Medium »gemountet« ist. Wird der Auswurfknopf gedrückt während das Medium »gemountet« ist, so wird es erst ausgeworfen wenn das Medium »ungemountet« ist. <sect1>Parallel Port Version <p>Die Parallel Port Version des Zip-Laufwerkes hat zwei DB25 Anschlüsse, der männliche Anschluß (DB25M) wird an den Parallelport des Computers angeschlossen, der andere (weiblich, DB25F) wird dazu benutzt, einen Drucker durchzuschleifen. Die aktuelle stabile Kernel-Version 2.0.36 unterstützt mittlerweile auch das simultane Benutzen eines Zip-Laufwerkes und eines Druckers am selben Parallelport. Der Treiber, der bei der Kernel-Version 2.0.36 dabei ist, unterstützt jetzt auch EPP, ECP und PS/2 Parallelports. <sect1>Externe SCSI Version <p>Die externe SCSI Version des Zip-Laufwerkes hat zwei DB25F Anschlüsse und zwei Konfigurationsschalter. Mit einem der Schalter wählt man die SCSI-ID Adresse des Zip-Laufwerkes (nur 5 oder 6 möglich). Der andere aktiviert den eingebauten Terminator, für den Fall, daß das Zip-Laufwerk das letzte SCSI Gerät ist. Der 25 Pin SCSI Anschluß ist ein Macintosh SCSI Anschluß. Ein 25 auf 50 Pin Adapter ist im Handel leicht zu bekommen. Bei der Wahl der SCSI-ID Adresse sollte man sicher sein das kein anderes Gerät am SCSI-Bus diese ID Adresse besitzt. Auch sollte man darauf achten das nur das letzte physikalische Gerät am SCSI-Bus die Terminierung aktiviert hat oder das ein externer Terminator angeschlossen ist. Wenn man ein internes SCSI-CD-ROM oder eine interne SCSI-Festplatte an dem gleichen SCSI-Adapter wie das externe Zip-Laufwerk angeschlossen hat, so muß man die Terminierung auf dem SCSI-Adapter deaktivieren. Jeweils das physikalisch letzte Gerät am SCSI-Bus muß die Terminierung eingeschaltet haben (extern wie intern). Nähere Information zu SCSI und Linux findet man unter der <tt><htmlurl url="http://metalab.unc.edu/LDP/HOWTO/SCSI-HOWTO.html" name="SCSI HOWTO"></tt>. <sect1>Zip Zoom SCSI-Adapter <p>Iomega verkauft einen SCSI-Adapter unter dem Namen Zip Zoom; dieser Adapter ist ein SCSI Adapter, der auf dem Design von Adaptecs AHA1520 basiert. Er hat einen externen DB25F Anschluß (passend zu dem Anschluß des Zip-Laufwerkes). Der Adapter wird mit dem Treiber für den Adaptec aha152x unterstützt. <sect1>Plus Version <p>Die Plus Version des Zip-Laufwerkes ist eine Kombination aus SCSI- und Parallel Port Version. Das Laufwerk hat ein SCSI- und ein Parallel Port Anschluß (beide DB25). Das Laufwerk wählt über die Iomega AutoDetect Technologie den jeweiligen aktiven Anschluß aus. Die Terminierung geschieht automatisch. <sect1>USB Version <p>Linux unterstützt im Moment noch keine USB Geräte. Deshalb kann man die USB Version unter Linux nicht betreiben. <sect1>Interne SCSI Version <p>Die interne SCSI Version hat eine Standard 50 Pin SCSI-Schnittstelle und die gleichen Schalter wie die externe SCSI Version. Auch hier gilt es das gleich wie bei der externen SCSI Version zu beachten (SCSI-ID Adresse, Terminierung). <sect1>ATAPI Version <p>Die ATAPI Version hat eine Standard 40 Pin ATAPI-Schnittstelle und einen Jumper mit dem man die Master/Slave/Cableselect Konfiguration machen kann. An einem E-IDE-Bus dürfen maximal zwei Geräte hängen. Wobei jeweils eines dieser Geräte Master bzw. Slave ist. Wenn nur ein Gerät an einen E-IDE-Bus hängt, so sollte es Master sein. <sect1>IDE Version <p>Die IDE Version des Zip-Laufwerkes gibt es schon seit einiger Zeit nicht mehr auf dem Markt zu kaufen. Der Aufbau ist gleich wie bei der ATAPI Version. Der Nachteil dieser Version ist das es wie eine IDE-Festplatte erkannt wird und deshalb kann man keine SCSI-zu-ATAPI-Übersetzung machen, was bedeutet das man die mtools nicht verwenden kann. <sect>Kernelkonfiguration <p>Um neue Hardware unter Linux betreiben zu können ist es fast immer notwendig einen neuen Kernel zu konfigurieren und kompilieren. Für weitergehende Informationen zur Konfiguration und Kompilierung des Kernel gibt es die <tt> <htmlurl url="DE-KERNEL-HOWTO.html" name="Linux Kernel HOWTO"></tt>. Besonders hilfreich ist die Dokumentation, die mit dem Kernel mitgeliefert wird (alle Dateien sind im Verzeichnis Documentation des Kernelcodes). Der erste Schritt zu einem neuen Kernel ist die Konfiguration. Hier wählt man die Kernelkomponenten aus die man braucht. Als erstes wechselt man in das Verzeichnis /usr/src/linux. Es gibt verschiedene Wege die Konfiguration zu ändern. Unter X-Window kann man <tt>make xconfig</tt> nutzten. Im Zeileneingabemodus kann man <tt>make config</tt> oder <tt>make menuconfig</tt> benutzten. Der einfachste Weg dürfte wohl <tt>xconfig</tt> sein. Damit die Konfigurationsänderungen wirksam werden muß man den Kernel kompilieren. Dies macht man am besten mit <tt>make dep clean zImage modules modules_install zlilo</tt>. Nach einem <tt>reboot</tt> sollten die Treiber geladen und das Zip-Laufwerk sollte erkannt werden. <sect1>SCSI Version (intern, extern) <p>Um das Iomega Zip-Laufwerk in der SCSI Version unter Linux benutzten zu können, muß der Kernel so konfiguriert werden, daß er SCSI-Laufwerke und SCSI-Adapter erkennt. Ist schon ein SCSI-Laufwerk unter Linux erkannt, so braucht der Kernel nicht mehr neu konfiguriert und kompiliert werden. Ansonsten muß man den Kernel wie folgend konfigurieren und danach kompilieren. Bei der Konfiguration muß man im Bereich SCSI-Support <tt>SCSI support = Y</tt> setzten. <tt>SCSI disk support = Y</tt> muß auch gesetzt werden. Im Bereich SCSI low-level driver muß man den angeschlossen SCSI-Adapter auswählen, sofern dies nicht schon in der alten Konfiguration ausgewählt wurde. Nun kann man das Konfigurationstool verlassen. Man kann alles oder Teile der SCSI-Konfiguration als Module laden. Man muß beim Booten nur auf die richtige Reihenfolge achten (scsi.o, sd.o, SCSI-Adapter-Treiber). <sect1>Zip Zoom SCSI-Adapter <p>Damit der Zip Zoom SCSI-Adapter erkannt wird muß man einen Boot-Befehl ähnlich <tt>aha152x=0x340,11,7,1</tt> übergeben oder in die /etc/lilo.conf in der append-Zeile eintragen. Der Bootbefehl übergibt dem Treiber die Portadresse und den IRQ des SCSI-Adapters. Man muß darauf achten, daß die Jumper auf der Karte mit den Zahlen übereinstimmen. Auch empfiehlt sich hier die <tt><htmlurl url="DE-BOOTPROMPT-HOWTO.html" name="BootPrompt HOWTO"></tt> zu lesen. <sect1>Plus Version <p>Die Plus Version des Zip-Laufwerkes nutzt nicht den PPA Treiber, sondern den IMM Treiber. Die Entwicklung des Treibers ist noch im Alpha-Stadium, was man auch an der aktuellen Versionsnummer 0.18 erkennen kann. Deshalb ist die Konfiguration des Kernels auch etwas schwieriger. Man muß den Kernel wie folgt konfigurieren und kompilieren. Bei der Konfiguration muß man im Bereich SCSI-Support <tt>SCSI support = Y</tt> setzten. <tt>SCSI disk support = Y</tt> muß auch gesetzt werden. Im Bereich Loadable module support muß man <tt>Enable loadable module support = Y</tt> setzten. Im Bereich Character devices muß man <tt>Parallel printer support = M</tt> setzten. M steht hier für Module. Man muß an dieser Stelle keinen SCSI low-level Treiber auswählen. Diesen werden wir an späterer Stelle selber kompilieren. Damit man die neuste Version des IMM Treibers hat, sollte man diesen von <tt><htmlurl url="http://www.torque.net/~campell/imm.tar.tar" name="http://www.torque.net/~campell/imm.tar.tar"></tt> herunterladen. Mit <tt>tar xvfz imm.tar.tar</tt> kann man den Treiber entpacken (am besten im Verzeichnis /usr/src). Mit dem Befehl <tt>make</tt> kompiliert man nun den Treiber und erhält das Modul imm.o. Diese Datei kopiert man mit <tt>cp imm.o /lib/modules/$(uname -r)/scsi</tt> in das Modulverzeichnis, auf das der Kernel zugreift. Wenn das Modul lp geladen ist (kann man mit <tt>lsmod</tt> herausfinden), so kann man das Modul mit dem Befehl <tt>rmmod lp</tt> »entladen«. Mit dem Befehl <tt>insmod imm</tt> wird dann das Modul imm geladen. Nun sollte alles funktionieren. Wenn das Zip-Laufwerk nicht eingeschaltet oder nicht mit dem Computer verbunden ist, so bekommt man die Meldung <tscreen><verb>init_module: Device or resource busy</verb></tscreen> und das Modul IMM wird nicht geladen. Wenn das Zip-Laufwerk eingeschaltet und mit dem Computer verbunden ist, aber keine Zip-Diskette im Laufwerk ist, so bekommt man die Meldung das die Partitionstabelle nicht gelesen werden kann. Dies macht aber nichts, da die Partitionstabelle automatisch gelesen wird, wenn man eine Diskette einlegt. Wenn eine Diskette im Laufwerk ist, so bekommt man einige Informationen angezeigt. <sect1>Parallel Port Version <p>Um das Iomega Zip-Laufwerk in der Parallel Port Version unter Linux benutzten zu können, muß der Kernel so konfiguriert werde, daß er SCSI-Laufwerke und Parallel Port als Laufwerksanschluß erkennt. Bei der Konfiguration muß man im Bereich SCSI-Support <tt>SCSI-Support = Y</tt> setzten. <tt>SCSI disk support = Y</tt> muß auch gesetzt werden. Im Bereich SCSI low-level driver muß man <tt>IOMEGA Parallel Port Zip drive SCSI support = M</tt> setzten. M steht hier für Modul, d.h. der Treiber wird erst bei Bedarf als Modul in den Speicher geladen und aktiviert. Im Bereich Character Devices muß man <tt>Parallel Printer support = Y</tt> setzten. Man muß die einzelnen Treiber an irgendeiner Stelle laden. Bei den meisten Linux-Distrubitionen muß man einfach einige Zeilen an den Startskripten ändern. Wenn man automatisches Laden von Kernelmodulen aktiviert (in der Kernelkonfiguration) hat, dann sollte alles von alleine gehen. <sect1>ATAPI und IDE Version <p>Um das Iomega Zip-Laufwerk in der ATAPI bzw. IDE Version unter Linux benutzten zu können, muß der Kernel so konfiguriert werden, daß er ATAPI- bzw. IDE-Laufwerke erkennt. Bei der Konfiguration muß man im Bereich Floppy, IDE, and other block devices <tt>Enhanced IDE/MFM/RLL disk/cdrom/tape/floppy support = Y</tt> setzten. <tt>Include IDE/ATAPI FLOPPY support = Y</tt> muß auch gesetzt werden. <sect>Benutzung des Zip-Laufwerkes <p>Nachdem der Kernel mit den notwendigen Treiber ausgestattet ist sollte der Kernel beim Booten die Laufwerk und ggf. den Adapter erkennen. Bei der folgenden Diskussion gehe ich davon aus das man die Module geladen hat oder das die Modules automatisch geladen werden. In den meisten Bereichen verhalten sich die Parallel Port- und SCSI Version gleich. Die Parallel Port Version ist aber etwas langsamer. <sect1>Identifizierung des Laufwerkes beim Booten <p>Beim Booten von Linux wird eine Vielzahl von Informationen ausgegeben, bspw. Über den Adapter, das Laufwerk und die Diskette in Laufwerk. Wenn man beim Booten keine Diskette im Laufwerk hat werden einige Informationen nicht angezeigt. Wo und welche Informationen angezeigt werden hängt davon ab wie man sein System konfiguriert hat. Normalerweise werden die Informationen auf der System-Konsole angezeigt. Einige Informationen werden in /var/log/messages abgespeichert. Die Kernelmeldungen kann man mit dem Befehl <tt>dmesg</tt> anzeigen. Hier ein paar Beispiel was ein Kernel beim Booten anzeigt: <sect2>Parallel Port Version / SCSI Version: <p> <tscreen><verb>ppa: Version 1.28s Probing port 03bc Probing port 0378 SPP port present EPP test failed on Read/Write ppa: 0x0378 SPP Probing port 0278 scsi4 : Iomega parport ZIP drive scsi : 1 host. Vendor: IOMEGA Model: ZIP 100 Rev: D.08 Type: Direct-Access ANSI SCSI revision: 02 Detected scsi removable disk sda at scsi5, channel 0, id 6, lun 0 SCSI device sda: hdwr sector= 512 bytes. Sectors= 196608 [96 MB] [0.1 GB] sda: Write Protect is off sda: sda1 </verb></tscreen> Die erste Zeile zeigt Informationen über die Initialisierung des Low-Level Treibers für den SCSI Adapter, in diesem Fall der PPA Treiber. Die zwei folgenden Zeilen zeigen das nach dem Zip-Laufwerk gesucht wird, bzw. nach dem Parallel-Port an dem das Zip-Laufwerk angeschlossen ist. Es folgt eine Liste mit allen SCSI Geräten, die auf dem SCSI Bus gefunden wurden. Zeile 12 gibt Information über den Gerätenamen, der diesem SCSI Gerät zugewiesen wurde, in diesem Fall /dev/sda. Jetzt werden noch alle Partitionen des Geräts (Zip-Diskette) angezeigt (hier nur /dev/sda1). <sect2>ATAPI Version: <p> <tscreen><verb>hdc: IOMEGA ZIP 100 ATAPI, ATAPI FLOPPY drive Partition check: hdc: 98304kB, 196608 blocks, 512 sector size hdc: 98304kB, 96/64/32 CHS, 4096 kBps, 512 sector size, 2941 rpm hdc: hdc4 </verb></tscreen> Die erste Zeile zeigt, daß das Zip-Laufwerk an hdc hängt (Primary-IDE-Bus, Master). Jetzt werden noch alle Partitionen des Geräts (Zip-Diskette) angezeigt (hier nur /dev/hdc4). Wenn man eine neue Zip-Diskette direkt von Iomega verwendet zeigt der Partition check immer /dev/xxx4. Die Kernelausgaben können Hinweise darauf geben ob etwas falsch konfiguriert wurde, deshalb lohnt es sich immer diese genau anzuschauen. <sect1>Fdisk, mke2fs, mount, automount, Samba, eject usw. <p>Nachdem das Zip-Laufwerk vom Kernel erkannt und die Treiber geladen wurden, kann man mit den normalen Linux Laufwerksbefehlen Daten bearbeiten. Mit fdisk kann man die Partitionstabelle verändern. Mit dem Befehl mke2fs kann man die Zip-Diskette mit dem ext2-Dateisystem formatieren. Der Befehl mount hängt eine formatierte Partition (der Zip-Diskette) in die Verzeichnisstruktur ein, mit automount kann das automatisiert werden. Mit Samba kann das ZIP-Laufwerk z.B. für eine Arbeitsgruppe freigegeben werden. eject eignet sich dazu, ZIP-Medien mit einem Shell-Befehl auswerfen zu lassen. Am besten man studiert sehr genau die man-Pages zu den einzelnen Programmen. Da teilweise die Parameter von Version zu Version unterschiedliche Belegungen haben sollte, man sehr vorsichtig die einzelnen Programme handhaben. Es besteht die Gefahr eines Datenverlusts, der nicht mehr rückgängig gemacht werden könnte. Die Tools im Einzelnen: <sect2>Eine DOS formatierte Zip-Diskette: <p>Wenn man eine Zip-Diskette mit einer DOS Dateistruktur hat, die von Iomega erstellt wurde, so ergibt ein Partitionscan das die Diskette eine Partition hat (/dev/xxx4). Man muß ein Verzeichnis anlegen in das die Partition eingehängt werden soll (nehmen wir /mnt/zip). Das Verzeichnis erstellt man mit dem Befehl: <tscreen>mkdir /mnt/zip</tscreen> Nun muß man die Partition der Zip-Diskette auch in das Verzeichnis hängen: <tscreen>mount -t vfat /dev/hdc4 /mnt/zip</tscreen> Man kann auch msdos anstatt vfat verwenden. Vfat kann im Gegensatz zu msdos mit langen Dateinamen umgehen. Damit die Dateisystem auch verwendet werden können müssen sie im Kernel als Modul oder fest einkompiliert sein. Während die Diskette »gemountet« ist kann man sie nicht mit Druck auf den Auswurfsknopf aus dem Zip-Laufwerk herausholen. Wenn man mit der Arbeit an der Zip-Diskette fertig ist muß man sie »unmounten« damit sie sich aus dem Laufwerk holen läßt. Dies geschieht mit folgendem Befehl: <tscreen>umount /mnt/zip</tscreen> <sect2>Zip-Diskette mit ext2 formatieren: <p>Wenn man die Daten auf einer Zip-Diskette löschen und ein ext2fs-Dateisystem anlegen möchte muß man folgende Programme aufrufen: <tscreen>fdisk /dev/hdc</tscreen> Mit <tt>d</tt> löscht man eine bestehende Partition. Mit dem Befehl <tt>n</tt> erzeugt man eine neue Partition. Der ersten Partition kann man die Nummer <tt>1</tt> geben. Mit <tt>w</tt> schreibt man dann die Partitionstabelle auf die Diskette. Und mit <tt>q</tt> beendet man dann fdisk. Mit dem Befehl <tscreen>mke2fs /dev/hdc1</tscreen> formatiert man dann die Partition. Mit dem Befehl <tscreen>mount -t ext2 /dev/hdc1 /mnt/zip</tscreen> wird dann die Zip-Diskette mit dem ext2-Dateisystems in das Verzeichnis /mnt/zip gehängt. <sect2>automount <p>Das Mounten und Unmounten von ZIP-Medien wird schnell eine lästige Übung, insbesondere dann, wenn es sich um ein freigegebenes Laufwerk in einem (Arbeitsgruppen-) Server handelt. Abhilfe schafft hier der Einsatz eines Automount-Daemons. Dieser Abschnitt geht davon aus, daß das Paket autofs installiert ist. Dies dürfte in allen aktuellen Distributionen der Fall sein. Es existiert ein Verzeichnis <tt>/misc</tt>. In der Konfigurations-Datei <tt>/etc/auto.master</tt> steht der Eintrag: <tscreen>/misc /etc/auto.misc --timeout=60</tscreen> Der Eintrag bedeutet einen Verweis auf eine weitere Konfigurations-Datei namens <tt>/etc/auto.misc</tt>. In diese Datei wird folgende Zeile eingefügt: <tscreen>zip -fstype=vfat,rw,users,umask=0 :/dev/xxx4</tscreen> Damit wird ein Alias namens "zip" für das Laufwerk definiert. Weiterhin wird der Typ des Dateisystems und der Schreib-/Lesezugriff festgelegt. Außerdem haben alle Benutzer Zugriff auf das jeweils gemountete Wechselmedium und alle darauf gespeicherten Dateien, unabhängig davon, von wem das Medium gemountet wurde. In der Praxis funktioniert das Automounten so: bei einem Zugriff auf <tt>/misc/zip</tt> (ein Verzeichnis, das eigentlich nicht existiert) wird der Mount-Point angelegt und das im ZIP-Laufwerk befindliche Medium daran gemountet. Das Medium bleibt (in dieser Konfiguration) eine Minute (60 Sekunden) nach dem letzten Zugriff gemountet. Danach wird es automatisch wieder geunmountet und kann aus dem Laufwerk entnommen werden. Um diese Zeit zu ändern, verändere man den Timeout in der Datei <tt>/etc/auto.master</tt>. Es ist kein Problem, den Timeout deutlich niedriger anzusetzen (auf 10 Sekunden beispielsweise), da nach dem Unmounten das Medium im Laufwerk bleibt und durch den Automount-Daemon bei Bedarf schnell wieder gemountet wird, ohne daß man die Verzögerung dadurch bemerkt. Der Timeout sollte nicht höher als eine Minute eingestellt werden, da man sonst zu lange auf den Auswurf des Wechselmediums warten müßte. <sect2>Samba-Freigabe <p>Für eine Samba-Freigabe gibt man nun das Verzeichnis <tt>/misc/zip</tt> frei. Hier ein Beispieleintrag für die Samba-Konfigurations-Datei: <tscreen><verb>[zip] comment = ZIP-Laufwerk path = /misc/zip public = yes writable = yes printable = no </verb></tscreen> Der Ablauf in der Praxis: man lege ein Medium in das Laufwerk ein und greife von einem entfernten Rechner auf die Freigabe "zip" zu. Samba versucht, von <tt>/misc/zip</tt> zu lesen, Automount reagiert und mountet das Medium. Nach Ablauf des Timeouts kann das Medium entnommen werden, ein Zugriff auf die Konsole oder per Telnet ist unnötig. <sect2>eject <p>Für alle, die Angst haben, daß sich der Auswurfknopf des ZIP-Laufwerkes abnutzen könnte, gibt es ein nützliches Tool: eject. Dazu lege man in <tt>/dev</tt> einen symbolischen Link auf das ZIP-Laufwerk an, z.B. mit: <tscreen>ln -s /dev/hdc4 /dev/zip</tscreen> Mit <tscreen>eject zip</tscreen> wird das Wechselmedium ausgeworfen, falls es gemountet war, wird es vorher geunmountet. <sect1>ZipTool <p>Zip-Disketten kann man auch mit einem Schreibschutz versehen. Dieser Schreibschutz wird über Software gesteuert. Unter Linux gibt es auch ein Programm, das dieses Funktion bietet. Man kann das Programm bei <tt> <htmlurl url="http://www.cnct.com/~bwillmot" name="http://www.cnct.com/~bwillmot"></tt> herunterladen. <sect1>Performance <p>Die unterschiedlichen Schnittstellen der Zip-Laufwerke haben großen Einfluß auf die Geschwindigkeit der Laufwerkes. So ist natürlich eine ATAPI-Version einer Parallel-Port Version (mit einem alten PPA-Treiber) in Sachen Geschwindigkeit bei weitem überlegen. Mit einem neueren PPA-Treiber ist der Unterschied schon nicht mehr so groß. Deshalb sollte man immer die neuste Version der Treiber verwenden. Generell läßt sich sagen, daß Transferraten von ca. 1,4 MB/s - 700 kB/s realistisch sind. <sect>FAQ (Frequently asked questions) <p> <bf>Wird EPP/ECP im PPA unterstützt?</bf> <p>Ab der Version 1.41 ist die EPP Unterstützung implementiert. <bf>Kann man Linux vom Zip-Laufwerk booten?</bf> <p>Hierbei kommt es darauf welchen Schnittstelle das Zip-Laufwerk benützt. Wenn man einen SCSI-Adapter mit eigenem BIOS verwendet, bei dem man das Booten von SCSI-ID 5 oder 6 einstellen kann, so ist es mit der SCSI-Version möglich. Wenn man ein Motherboard-BIOS hat das booten von einem ATAPI-Zip-Laufwerk ermöglicht ist auch dies möglich. Booten von Zip-Laufwerken über den Parallel-Port ist nicht möglich. <bf>Warum verwendet Iomega die Partitionsnummer 4?</bf> <p>Dies ist eine sehr beliebte Frage. Aber eigentlich gibt es dafür keine logische Erklärung. <bf>Wie kann die Zip-Diskette beim Booten »gemountet« werden?</bf> <p>Man muß eine Zeile in der Datei /etc/fstab eintragen. Verwendet man immer Disketten mit einem DOS Dateisystem, so muß die Zeile folgendermaßen aussehen: <tscreen><verb> /dev/hdc4 /mnt/zip vfat defaults 0 0 </verb></tscreen> Einige Linux-Distributionen lassen fsck über alle Partitionen laufen die in der Datei /etc/fstab stehen. Dies kann zu Problemen führen wenn keine Diskette im Laufwerk ist. Hier muß man ggf. die Startskripte von Hand anpassen. <sect>Weitere Informationsquellen <p>Installieren von Linux über ein Zip-Laufwerk <itemize> <item><tt><htmlurl url="http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/mini/Install-From-ZIP.html" name="http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/mini/Install-From-ZIP.html"></tt> </itemize> Informationen über Lilo <itemize> <item><tt><htmlurl url="http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/mini/LILO.html" name="http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/mini/LILO.html"></tt> <item><tt><htmlurl url="http://www.tu-harburg.de/~semb2204/dlhp/HOWTO/DE-LILO-HOWTO.html" name="http://www.tu-harburg.de/~semb2204/dlhp/HOWTO/DE-LILO-HOWTO.html"></tt> </itemize> Informationen über BootPrompts <itemize> <item><tt><htmlurl url="http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/BootPrompt-HOWTO.html" name="http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/BootPrompt-HOWTO.html"></tt> <item><tt><htmlurl url="http://www.tu-harburg.de/~semb2204/dlhp/HOWTO/DE-BootPrompt-HOWTO.html" name="http://www.tu-harburg.de/~semb2204/dlhp/HOWTO/DE-BootPrompt-HOWTO.html"></tt> </itemize> Installation von Linux auf ein Zip-Laufwerk und der Betreib von Linux von einem Zip-Laufwerk <itemize> <item><tt><htmlurl url="http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/ZIP-Install.html" name="http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/ZIP-Install.html"></tt> </itemize> Linux Kernel HOWTO <itemize> <item><tt><htmlurl url="http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/Kernel-HOWTO.html" name="http://metalab.unc.edu/mdw/HOWTO/Kernel-HOWTO.html"></tt> <item><tt><htmlurl url="http://www.tu-harburg.de/~semb2204/dlhp/HOWTO/DE-Kernel-HOWTO.html" name="http://www.tu-harburg.de/~semb2204/dlhp/HOWTO/DE-Kernel-HOWTO.html"></tt> </itemize> Iomega Homepage <itemize> <item><tt><htmlurl url="http://www.iomega.com/" name="http://www.iomega.com/"></tt> <item><tt><htmlurl url="http://www.iomega.de/" name="http://www.iomega.de/"></tt> </itemize> </article>